30 Jahre Peopleware

Letzte Woche auf der OOP2014 in München führte Peter Hruschka eine Diskussionsrunde mit Jutta Eckstein, Claudia Schröder und Matthias Bohlen zum Thema: „30 Jahre Peopleware – Was haben wir erreicht?“.

Anhand von vier Themenbereichen, die auch Kapitel im Buch sind, wurde diskutiert, was sich in den letzten 30 Jahren in Bezug auf Softfactors in Projekten geändert hat. Deutlich wurde, dass das Thema „Zersplitterung der Arbeitszeit durch viele Projekte“ noch das größte Verbesserungspotential hat. Es wurden 33% Zeitverlust angegeben, die durch das Wechseln zwischen verschiedenen Projekten anfallen würden. Ich kenne die Aussage von 20% PRO Wechsel, d.h. wenn man zwischen 5 Projekten wechselt, hat man keine Kapazitäten mehr zum inhaltlichen Arbeiten. Interessant war der Hinweis, auf selbst verursachte Unterbrechungen zu achten. So berichtete ein Diskussionsteilnehmer, dass er nur noch 2x am Tag die Emails checkt: um 12 und um 16 Uhr. Sonst bleibt das Email-Programm geschlossen. Dadurch entstehen Blöcke, in denen man nicht – zumindest nicht durch Emails – unterbrochen wird. Oder, wenn in der Firmenkultur bedeutet, dass man bei geschlossener Tür nicht gestört werden möchte, es aber trotzdem passiert, man einen Zettel an die Tür hängen kann: „Bitte nicht stören!“.

Wir können also viel für uns tun, indem wir darauf achten, was uns stört und wie wir dies abstellen können.

Vielen Dank an it-agile, dass Ihr mir es ermöglicht habt, an der OOP2014 teilzunehmen!

PS: Habe bei Peter Hruschka nachgefragt, wie die 30 Jahre zustande kommen, denn das erste Buch erschien 1987. Gerne gebe ich seine Antwort hier weiter: „Das Buch kam 1987 auf den Markt. Die Idee auf dem Flug nach Australien, die ersten Präsentation, Vorträge, etc. von Tom DeMarco und Tim Lister stammen aus 1984. Deshalb betrachten Sie 1984 als das Geburtsdatum der Idee. Nach drei Jahren war das Buch dann fertig und wurde gedruckt. Schon davor gab es – auch in Deutschland – mehrere Präsentationen des Themas. Kleine Anektode am Rande: Kurse unter dem Titel „Peopleware“ fanden keinen großen Anklang, weil die meisten Manager „harte Fakten“ hören wollten und auch ihre Mitarbeiter nicht zu solchen „weichen“ Kursen schicken wollten. Erst als Tom und Tim den Titel geändert hatten (auf „Controlling Software Projects“) konnten Sie inhaltlich die Nachricht leichter verbreiten, woraus es wirklich ankommt.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert