Die Wertstrom-Organisation

Wertschöpfung zukunftssicher organisieren

Inhalt
  • Es geht um die Wertschöpfungsstruktur
  • Wert für den Kunden schaffen
  • Die 7 Kernfragen plus Zusatzfrage
  • Das Organisationsmodell der Wertstrom-Organisation
  • Das Management-Modell: Das Flight Levels Modell
  • Das Integrationsmodell: OpenSpace Change
  • Die Basis: Agile Interaktionen
  • Die Wertstrom-Organisation ist die Organisationsform der Zukunft
  • Quellen

Die Wertstrom-Organisation ist ein human-zentriertes ganzheitliches Organisations- und Transformationskonzept für Business Transformation, Operational Excellence und Organisationsentwicklung. Innerhalb von 90 Tagen können sich Unternehmen aus eigener Kraft selbst verändern und Marktführer werden. Dabei kommt das Potential der Mitarbeiter zur wirksamen Entfaltung und wird echte Business Agility erreicht.

Die Wertstrom-Organisation baut auf drei Säulen auf:

  • eine auf Nutzen für den Kunden ausgerichtete Strategie,
  • ein innovatives Produkt, das schnell zu Absatz und mittelfristig zu Marktführerschaft führt, und
  • eine auf den Wertstrom zur Erstellung dieses Produktes ausgerichtete Organisation, die die ersten beiden Säulen umsetzt.

Die drei Säulen müssen die 7 Kernfragen plus Zusatzfrage der Wertstrom-Organisation beantworten.

Die Wertstrom-Organisation baut auf die Werte Fokus, Mut, Selbstverpflichtung, Vereinbarung, Offenheit, Respekt, Balance, Zusammenarbeit, Kundenfokus, Arbeitsfluss, Führung und Verständnis und die vier Säulen Transparenz, Überprüfung, Anpassung und Sicherheit.

Kurz: Die Wertstrom-Organisation ist der Ort, an dem Menschen ihr Potential entfalten, ihre Kunden mit innovativen Produkten begeistern und dabei Sinn erleben.

Es geht um die Wertschöpfungsstruktur

Organisationen bestehen aus drei Strukturen [Pfl19, 20]: einer formellen Struktur, einer informellen Struktur und der Wertschöpfungsstruktur (Abbildung 1). Von diesen kann nur die Wertschöpfungsstruktur gestaltet werden: Die formelle Struktur – diese sollte nur der Compliance dienen – ist durch gesetzliche Regelungen und Anforderungen bestimmt, die informelle Struktur – die inoffiziellen organisationsinternen Netzwerke – entsteht von allein, dieser können allenfalls Impulse geben werden.

Dies steht im Gegensatz zu unserem bisherigen Tun: Wir beschäftigen uns zu sehr mit dem Gestalten formaler Strukturen – insbesondere Entscheidungs- und Macht-Strukturen – und zu wenig mit den für die eigentliche Wertschöpfung notwendigen Strukturen. In der Konsequenz drehen sich Organisationen dann zu sehr um sich selbst – statt um ihre Kunden.

Wert für den Kunden schaffen

Der Zweck eines Unternehmens ist es, einen Kunden zu schaffen und zu halten.
– Peter F. Drucker

Klar ist: Organisationen sind dazu da, einem Kunden eine Leistung zu erbringen. Diese Leistung muss dem Kunden einen Wert bringen. Für diesen Wert muss der Kunde bereit sein, in irgendeiner Form zu bezahlen.

Das Kernthema einer Organisation ist also Wertschöpfung für einen organisationsexternen Kunden. Damit ist klar: Wir müssen die Wertschöpfung für den organisationsexternen Kunden ins Zentrum aller Aktivitäten einer Organisation stellen.

Die dazu notwendige Wertschöpfungsstruktur muss den zu bearbeitenden – ggf. komplexen – Sachthemen gerecht werden und gleichzeitig anpassungsfähig und flexibel – agil – sein. Und wir müssen diese so entstehen lassen, dass alle in der Wertschöpfung Beteiligten mitgestalten.

Dies leistet die Wertstrom-Organisation:

Ausgehend vom Produkt wird die Wertschöpfung organisiert und die Organisation dann um diese Wertschöpfung herum gebaut – das ist das Organisationsmodell der Wertstrom-Organisation. Die so entstandene Organisation muss sich dann selbst regeln – das ist das Management-Modell der Wertstrom-Organisation. Alle an der Wertstrom-Organisation Beteiligten müssen diese mitgestalten – das ist das Integrationsmodell der Wertstrom-Organisation.

Die 7 Kernfragen plus Zusatzfrage

Abbildung 2: Die 7 Kernfragen plus Zusatzfrage [Sch21]

Die Wertstrom-Organisation ist ein ganzheitlicher Ansatz geleitet von den 7 Kernfragen plus Zusatzfrage (s. Abbildung 2 und Kasten): Ausgehend vom Zweck der Organisation und Definieren von Kunde und Produkt wird herausgearbeitet, wie das Produkt für den Kunden funktioniert und was genau dafür getan werden muss. Damit ist der Wertstrom definiert, der dann „nur noch“ organisiert werden muss. Meist hat eine Organisation mehrere Produkte – und damit mehrere Wertströme –, diese werden zu einer Gesamtorganisation gebündelt. Über das Management-System regelt sich die Wertstrom-Organisation selbst. Die Zusatzfrage betrachtet das Thema, wer wie an den Erträgen aus den Verbesserungen partizipiert und schließt damit den Kreis zum Zweck der Organisation.

Alle an der Wertstrom-Organisation Beteiligten gehen gemeinsam durch die 7 Kernfragen plus Zusatzfrage und gestalten so die Wertstrom-Organisation (s. „Das Integrationsmodell: OpenSpace Change„).

Die Wertstrom-Organisation stellt damit den Menschen in den Mittelpunkt: Als Kunden, Mitarbeiter und Stakeholder, die alle eingebunden sein müssen, um nachhaltig zu wirtschaften.