Prof. Kruse zur Zukunft von Führung

Prof. Kruse liefert in diesem Video die Gründe dafür, warum Führung (und auch Management) heute nicht mehr funktioniert (inhaltliche Zusammenfassung unten).

Die wichtigsten Punkte für mich sind:

  • Die Probleme mit Führung (und Management) entstehen heute auf Grund von Komplexität durch Vernetzung, gleichzeitig entsteht damit die Notwendigkeit nach Vernetzung auch auf Lösungsseite
  • (Strukturübergreifende) Kooperation ist das Prinzip der Zukunft
  • Veränderung vom Push- zum Pull-Prinzip

 

Es gibt bereits Möglichkeiten, um mit den genannten Themen umzugehen:

  • Management 3.0 ist Management im Kontext von Komplexität.
  • Auftragstaktik als Führungsinstrument gibt Orientierung und Ausrichtung.
  • Die Konzepte nach Viktor Frankl und Karl Weick ermöglichen den Umgang mit Sinn.

Zu den Kernthesen von Prof. Kruse:

  • Vernetzung sorgt für eine höhere Komplexität und damit geringere Vorhersagbarkeit
  • Unsicherheit bei Entscheidungen nimmt auf Grund der zunehmenden Komplexität zu
  • Sicherheitsgebende Funktion von Führung ist außer Kraft gesetzt, Zitat Hans-Peter Dürr: “ … von einer Form des Wissens, die mir hilft beim Handeln, zu einer Form des Wissens, die mir hilft, zu verstehen, wie die Rahmenbedingungen meines Handels sind …“ Führung muss Orientierung statt Lösung geben.
  • Vernetzung hilft bei der Entscheidungsfindung
  • W.R. Ashby Gedanke „in einer komplexen Welt brauchen wir eine komplexe Antwort“ (vgl. Ashbys Gesetz)
  • Die Vernetzung führt zu einer Verschiebung von Macht, einsame Entscheidungen kann es nicht mehr geben. Mächtig wird der, der im Netzwerk Bedeutung bekommt.
  • Damit geht die Macht vom Anbieter zum Nachfrager, vom Push zum Pull. Das führt zu einer Kulturänderung und damit zur Infragestellung von Führung.
  • Vernetzung löst Unternehmensstrukturen auf, Kooperationen über Firmengrenzen hinaus entstehen
  • Identifikation der Menschen nicht mehr mit (Unternehmens-)Strukturen, sondern mit individuellen Lernwegen im Netzwerk und sie werden diese Wege maximieren
  • Damit steigt die Wechselbereitschaft und Wechselgeschwindigkeit der Mitarbeiter, Unternehmen werden gefordert sein, Ihre Attraktivität permanent erhöhen, Machtverschiebung zum Nachfrager, ständige Notwendigkeit, sich permanent Gedanken über den Sinn dessen, was man tut, zu machen
  • Problem für Führungskräfte: Wie kann ich meine Entscheidung begründen, wenn ich (auf Grund der steigenden Komplexität) die Entscheidungsgrundlage nicht mehr bekomme
  • Daher entsteht die Notwendigkeit, die Vernetzung für Entscheidungsfindung zu betreiben, gleichzeitig ist damit eine Machtverschiebung verbunden
  • Da die Vernetzung auch über Unternehmensgrenzen notwendig ist, lösen sich die Identitätskerne der Unternehmen langsam auf
  • Der einzelne Netzwerkteilnehmer ist stärker über sein Sinnempfinden angekoppelt, als über strukturelle Zugehörigkeit
  • Nicht mehr Verfügungswissen anbieten, also wie wir ein Ziel erreichen, was man machen muß, sondern einen offenen Diskurs miteinander führen, der unser Handeln orientiert, es geht um das gemeinsame Erarbeiten von Einsichten und das Verstehen von Zusammenhängen
  • Es geht um Komplexitätsreduktion durch das Verstehen von Mustern und nicht um das triviale Zerlegen von Problemen
  • (es folgen Ausführungen zu Ergebnissen verschiedener Befragungen zum Thema Führung)
  • In den nächsten Jahren wird es intensive Diskussionen über die Legitimation von Entscheidungen geben, damit kommt die Frage nach dem realen Mehrwert von Führung auf
  • Es ist noch nicht klar, wie Führung in der Zukunft aussehen wird
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